Seit über 2000 Jahren wird Johanniskraut als Heilpflanze
verwendet, zunächst vor allem als Wundbehandlungsmittel.
Im Mittelalter beschrieb Paracelsus Johanniskraut als starkes
Mittel gegen „die melancholischen Gedanken“.
Johanniskraut spielte auch in heidnischen Sommersonnwendritualen
eine Rolle. In den leuchtend gelben Blüten sahen die Menschen
die eingefangene Kraft der Sonne, mit der dunkle Mächte
und Dämone vertrieben werden konnten.
Woher kommt der Name?
Der Name Hypericum wurde von Dioskurides übernommen.
Das lateinische Wort perforatum bedeutet durchlöchert
und nimmt auf die bei Gegenlicht perforiert erscheinenden
Blätter Bezug. Dieses Aussehen kommt durch die mit stark
lichtbrechenden Ölen gefüllten Sekretbehälter
zustande.
Um Johanni (Namenstag Johannes dem Täufer), den 24. Juni,
steht das Johanniskraut in schönster Blüte. Der beim
Zerreiben der frischen Blüten austretende rote Farbstoff
soll das Blut Christi symbolisieren.
 Wo
kann das Johanniskraut helfen?
Die besonderen Wirkstoffe in Johanniskraut erhöhen
die Konzentration der Neurotransmitter, der Glücksbotenstoffe
im Gehirn. Auf diese Weise bessert Johanniskraut die Stimmung
und erhöht die emotionale Belastbarkeit. Johanniskraut
hilft den Teufelskreis von Stress, gedrückter Stimmung
und Schmerzen zu durchbrechen.
Denn auch Nervosität, Schlafstörungen und psychovegetative
Symptome (körperliche und nervöse Beschwerden ohne
organische Ursache, z. B. Gereiztheit, Magen-, Kopf- oder
Rückenschmerzen, Herzbeschwerden), die häufig in
Verbindung mit psychischen Belastungen auftreten, werden
gebessert.
Ärzte setzen Johanniskrautextrakte zur Behandlung
leichter bis mittelschwerer Depressionen ein.
Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern baut sich langsam
auf, so dass der Behandlungserfolg erst nach 4-6 Wochen beurteilt
werden kann.
Das aus den frischen Blüten
gewonnene Johannisöl
(Rotöl) besitzt eine andere Zusammensetzung und wird äußerlich
zur Behandlung von Schmerzen, Prellungen und Entzündungen
verwendet.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Zubereitungen aus dem Johanniskraut können die Lichtempfindlichkeit
der Haut verstärken. Daher sollte je nach Dosierung
und individueller Empfindlichkeit Sonneneinstrahlung vermieden
werden bzw. auf guten Sonnenschutz geachtet werden.
Johanniskrautpräparate dürfen nicht ohne ärztlichen Rat während
Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden, da es hierzu nur unzureichend
Erfahrung gibt.
Für Johanniskraut sind einige Wechselwirkungen beschrieben
und eine gleichzeitige Einnahme mit anderen Medikamenten kann
die Wirkungen in erheblichem Maße beeinflussen. Fragen
Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, wenn Sie bereits Medikamente
einnehmen und eine Behandlung mit Johanniskraut beginnen wollen,
bzw. informieren Sie Ihren Arzt über eine Einnahme,
wenn Sie Medikamente verordnet bekommen.
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